

Wo gefällt es Ihnen besser, im Hörsaal oder in der Apotheke?
Pia Schwarzentrub: Beides hat seinen Reiz. Die ersten vier Jahre meines Universitätsstudiums verbrachte ich ausschliesslich in den Hörsälen und im Labor. Das Assistenzjahr in der Apotheke zeigt nun eine völlig neue Facette meines Berufs. Die Arbeit hier gefällt mir gut, weil sie sehr praxisbezogen ist.
Wie sieht Ihr Tag in der Apotheke aus?
Am Anfang hielt ich mich im Hintergrund. Zuerst musste ich die Abläufe kennenlernen und mich mit den Medikamenten vertraut machen, denn an der Universität lernten wir Arzneimittel vor allem nach ihrer internationalen chemischen Bezeichnung kennen. Nach und nach begann ich dann, Anrufe entgegenzunehmen und Kunden zu beraten. Je mehr Sicherheit ich darin gewann, desto mehr Freude machte es mir. Gerne beschäftige ich mich auch im Labor mit der Rezeptur, das heisst ich stelle individuelle Arzneimittelpräparate her.
Was muss heute noch individuell hergestellt werden?
Häufig sind es Salben und Lösungen. Grosse Bedeutung haben zudem Kinderdosierungen, die es von manchen Medikamenten, wie zum Beispiel Antiepileptika, nicht gibt. Da leisten wir in der Apotheke eine wichtige Arbeit.
Welche beruflichen Karrieren stehen Ihnen offen nach dem
Staatsexamen?
Das Pharmaziestudium ist sehr breit gefächert. Biologie, Pflanzenkunde, Arzneimittelwirkungen, medizinische Fächer, Chemie und Arbeiten im Labor gehören zum Lehrplan. Dieses Wissen befähigt uns, eine öffentliche Apotheke oder eine Spitalapotheke zu leiten oder in die Industrie zu gehen, wo uns Pharmazeuten von der Forschung bis zum Marketing jeder Bereich offen steht.