

Für viele ist die Umstellung nach der Pensionierung nicht so einfach, wie sie sich das vorstellten. Wie geht es Ihnen damit?
Brigitte Ischer: Bisher hatte ich noch gar nicht so viel Zeit, darüber nachzudenken. Wir haben einen grossen Garten. Dort habe ich in den vergangenen Wochen intensiv gearbeitet, Sträucher geschnitten, das Laub zusammengerecht und alles auf den Winter vorbereitet.
Und jetzt nehmen Sie es etwas ruhiger?
Ich bin nicht der Typ, der rumsitzt. Ich überlege mir jeden Tag, was ich am nächsten Tag unternehmen möchte. Wichtig ist für mich, am Morgen früh aufzustehen und als erstes etwas Sport zu treiben. Danach erledige ich dann, was anfällt.
Das klingt nach immer noch viel Arbeit.
Ich bin gerne aktiv. Zweimal in der Woche kommen meine Söhne zu uns zum Mittagessen, ich helfe meinem Schwiegervater, seine Alterswohnung sauber zu halten, und ich freue mich darauf, meinen Mann bei seinem nächsten Projekt zu unterstützen. Wir konnten in Breitenbach eine zentral gelegene Altliegenschaft erwerben. Dort werden wir einen Neubau erstellen, das Optikergeschäft meines Mannes dorthin verlegen und uns im Obergeschoss eine Wohnung einrichten.
Blicken Sie auch manchmal etwas wehmütig auf die Zeit in der
Schwarzbuebe-Apotheke zurück?
Oh ja, vor allem meine jungen Kolleginnen vermisse ich sehr! Aber alles hat seine Zeit, und ich habe ja immer noch Kontakt zu ihnen. Jetzt freue ich mich darauf, dass ich mit meinem Mann auch einmal spontan einen Ausflug in die Berge machen kann, wenn das Wetter schön ist, und endlich werde ich mehr Zeit zum Lesen haben. Als erstes werde ich mir den Zauberberg von Thomas Mann vornehmen.